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Videos auf Websites – selber hosten oder eine Plattform nutzen?

Videos sind ein beliebtes Medium auf Websites – für Erklärvideos oder aufgezeichnete Webinare, zur Veranschaulichung von Produktdetails oder für Firmenvorstellungen. Für den Website-Betreiber stellt sich die Frage, wie er die Videos zur Verfügung stellt: auf dem eigenen Server gehostet oder eingebunden über eine Plattform wie YouTube.
Wir stellen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung vor.

Videos selber hosten

Wenn Sie Videos auf dem eigenen Server zur Verfügung stellen, sind Sie unabhängig von einer Plattform.

Vorteil: individuelle Einbindung des Videos

Ein Video kann in HTML 5 über ein video-Element eingebunden werden. Dies bietet eine Anzeige des Videos mit einfachen Bedienelementen, die der Browser steuert.

Video-Controls bei Mozilla Firefox

Der Support für das Element ist mittlerweile gut, sodass man diesen Weg durchaus gehen kann: Diese Lösung ist einfach ungesetzt und benötigt keine zusätzlichen Plugins.

Alternativ kann ein Player verwendet werden. Das bietet sich an, wenn das Layout individuell gestaltet werden soll oder besondere Funktionen gewünscht sind, wie das Setzen von Sprungmarken. Mit einem Player werden Videos also noch individueller auf das Angebot und Design der Website abgestimmt.

Vorteil: geschützte Videos sind möglich

Wenn Sie das Video selbst hosten, haben Sie die volle Zugriffs-Kontrolle, falls es zum Beispiel nur nach einem Login oder Bezahlung zugänglich sein soll.

Geschützte Videos gibt es auch auf YouTube. Dort kann man Videos als nicht gelistet (unlisted) oder privat (private) veröffentlichen.

Optionen - YouTube-Videos

Ein nicht gelistetes Video kann trotzdem auf einer Website eingebunden werden. Es ist allerdings auch für alle zugänglich, die den Link kennen, es erscheint aber nicht in der YouTube- oder Google-Suche.

Ein privates Video können nur ausgewählte Nutzer ansehen, die per E-Mail eingeladen wurden. Um das Video ansehen zu können ist zudem ein Google-Account notwendig.

Nachteil: Bandbreite erforderlich

Je nach Qualität und Länge sind Videos oft datenintensiv. Damit ist nicht unbedingt der Speicherplatz gemeint, sondern die Daten, die beim Anschauen des Videos übertragen werden müssen. Wenn viele Videos zur Verfügung gestellt werden und/oder viele Nutzer gleichzeitig auf die Videos zugreifen, muss der Server dem standhalten. Die Leistung eines Standard-Webhosting-Tarif reicht dann in der Regel nicht aus.

Nachteil: Aufbereitung der Videos

Videos können in verschiedenen Formaten gespeichert werden. Um möglichst viele Browser zu unterstützen müsste man das Video in verschiedenen Formaten anbieten. Ist dies zu aufwändig, wählen Sie ein Format, das einen großen Support bietet – wie das MP4 Container-Format mit H264 (Video-) & AAC (Audio-Codec).

Welches Format welcher Browser unterstützt, können Sie auf der Website caniuse.com nachsehen (zum Beispiel für MP4).

Neben dem Format ist es zusätzlich sinnvoll, verschiedene Größen und Qualitätsstufen für unterschiedliche Geräte anzubieten. Ihre mobilen Nutzer werden es Ihnen danken, wenn sie nicht beim Aufruf der Seite ein HQ-Video laden.

Videos über eine Plattform einbinden

Bei diesem Lösungsweg wird das Video auf Ihrer Website angezeigt, liegt aber tatsächlich auf der Plattform, zum Beispiel YouTube.

Vorteil: Aufbereitung und Bandbreite übernimmt YouTube

Die Vorteile, Videos über eine Plattform einzubinden sind entsprechend der oben genannten Nachteile, dass die Plattform die Konvertierungen in verschiedene Formate und eine mobile Optimierung vornimmt. Die notwenige Bandbreite zum Anschauen wird ebenfalls durch die Plattform zur Verfügung gestellt.

Vorteil: Auffindbarkeit

YouTube ist neben Google die zweitgrößte Suchmaschine. So kann es gut sein, dass nicht nur Ihre Website-Besucher das Video sehen, sondern Sie können auch über die Plattform gefunden werden und so neue Besucher generieren.

Nachteil: Datenschutz

Da mit Aufruf Ihrer Website Daten der Besucher an die Plattform übertragen werden, gibt es es datenschutzrechtlich ein wenig zu bedenken. Es sollten entsprechende Einstellungen vorgenommen und eine Passage in den Datenschutztext aufgenommen werden. Lesen Sie hierzu unseren Artikel Videos datenschutzkonform in eine Website einbinden.

Nachteil: Standardansicht

Wenn das Video über eine Plattform eingebunden wird, ist es entsprechend optisch im Design der Plattform. Da es viele Nutzer so gewohnt sind, ist dies nicht unbedingt ein großer Nachteil.

Nachteil: Lizenz vorgegeben

Beim Einstellen eines Videos auf YouTube können Sie zwischen zwei Lizenzen wählen: der Standard YouTube Lizenz und der Creative Commons Lizenz. Beides erlaubt es anderen, Ihr Video zu teilen, es einzubetten und zu versenden. Im Falle der Creative Commons Lizenz kann es zudem bearbeitet werden.

Wenn diese Art der Verbreitung nicht gewünscht ist, sollten Sie auf den Updload bei YouTube verzichten.

Wenn Sie ein Video haben, das öffentlich sichtbar ist und es Ihnen hilft, wenn es gut gefunden und vielleicht sogar weiter verbreitet wird, ist dieser Aspekt kein Nachteil für Sie.

Auswertung vornehmen

Beide Lösungswege haben ihre Vor- und Nachteile. Diese sind mit den jeweiligen Anforderungen und Gegebenheiten eines Projekts abzugleichen, um die passende Lösung zu finden.

Veröffentlicht: Tags: Webdesign Permalink