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Videos datenschutzkonform in eine Website einbinden

Videos sind ein beliebtes Medium auf Websites. Der Einsatz ist aus Sicht des Datenschutzes aber nicht unbedenklich. Was ist daran kritisch und wie binden Sie Videos datenschutzkonform ein? Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten vor.

Es handelt sich hierbei um Angaben aus unserer Erfahrung als Webdesigner. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar — dafür wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Juristen oder Datenschutzberater.

Was macht die Einbindung von Videos in die eigene Website kritisch?

Binden Sie Videos in Ihre Website von YouTube oder einer anderen Videoplattform ein, werden mit Besuch der Seite – ohne dass das Video abgespielt wird – Daten übertragen. Dazu zählt zum Beispiel die IP-Adresse, die unter die Definition "personenbezogenes Datum" fällt und damit relevant für den Datenschutz ist.

Des Weiteren setzen die Plattformen in der Regel Cookies. Über die konforme Nutzung von Cookies sollte – ergänzend zur DSGVO – die ePrivacy-Richtline entscheiden. Diese ist bisher (Stand Juli 2019) noch nicht wirksam geworden. Daher gibt es zu dem Thema unterschiedliche Meinungen wie mit Cookies zu verfahren ist. Es kann zum Beispiel möglich werden, dass der Nutzer vor dem Setzen eines Cookies zustimmen muss.

Je nach Plattform kommt gegebenenfalls noch die Frage auf, wo sich die Server befinden, also ob der Datentransfer in ein Land außerhalb der EU stattfindet. Dann bedarf es besonderer Hinweise, sofern es überhaupt zulässig ist. (YouTube wird von Google betrieben. Dieser Konzern hat sich dem EU-US-Privacy Shield angeschlossen. Damit ist dieser Aspekt bei YouTube zu vernachlässigen. Prüfen Sie dies aber für andere Plattformen nach.)

Wie können Sie Videos DSGVO-konform einbetten?

Videos entfernen

Ein Weg auf "Nummer sicher" zu gehen wäre es, Videos nicht mehr in Ihre Seite einzubinden. Alternativ setzen Sie dann einen externen Link auf die entsprechende Video-Plattform. Das kann ein optisch ansprechender Link sein, den Sie zum Beispiel mit einem Vorschau-Bild verknüpfen.

Diese Methode ist recht drastisch. Videos sind bereichernde Inhalte und sprechen die Besucher der Website an. Sehen wir uns also die weiteren Möglichkeiten an.

Video selber hosten

Sofern es sich um Ihre eigenen Videos handelt, können Sie diese selber hosten und über Ihren Server ausliefern.

Grundsätzlich eine gute Möglichkeit, allerdings ist das Übertragen eines Videos sehr datenintensiv, sodass auf ausreichende Serverkapazitäten geachtet werden muss – besonders wenn Sie viele Videos und/oder viele Nutzer haben, die gleichzeitig darauf zugreifen.

Erweiterten Datenschutzmodus verwenden (YouTube)

Die Videoplattform YouTube bietet einen erweiterten Datenschutzmodus an. Was bedeutet das konkret? Die Daten werden dann von einem anderen Server ausgeliefert. Bei dieser Variante werden keine Cookies beim Besucher gesetzt – zumindest nicht, solange er das Video nicht anschaut.

Wie Sie diese Option nutzen, wird auf ithelp.at schön beschrieben. Zusätzlich gibt es dort Tipps für Wordpress- und Joomla!-Plugins.

YouTube und Vimeo Videos in Joomla! einbetten

Für Joomla!-Website verweise ich zudem auf unser kostenfreies Plugin Aimy Video Embedder. Mit diesem Plugin binden Sie YouTube und Vimeo Videos komfortabel ein. Für YouTube können Sie mit einem Klick die Option "erweiteter Datenschutzmodus" aktivieren.

Eine Zwei-Klick-Lösung nutzen

Mit einer Zwei-Klick-Lösung schalten Sie einen Platzhalter vor das Video. Erst, wenn der Benutzer auf den Platzhalter klickt, wird das Video geladen und die Verbindung zur Video-Plattform aufgebaut. (Diese Lösung ist recht bekannt geworden über den Heise Verlag, der diesen Weg für das Einbinden von Social-Media Plattformen unter dem Namen Shariff eingeführt hat.)

So werden ebenfalls Daten übertragen, aber Sie haben die Gelegenheit, den Nutzer vorher darauf hinzuweisen.

Für Joomla!-Websites bietet die PRO-Variante unseres Plugins Aimy Video Embedder ebenfalls diese Möglichkeit. Sehen Sie die Zwei-Klick-Lösung in folgendem Video im Einsatz (auf englisch, ab Minute 2:30):

Video

Bitte klicken Sie hier, um das vorgesehene Video von YouTube zu laden. Dabei werden Daten (unter anderem Ihre IP-Adresse) an YouTube übermittelt — beachten Sie diesbezüglich unsere Datenschutzerklärung

Die Datenschutzerklärung

Mit der Einführung der DSGVO im Mai 2018 kam viel Unsicherheit bei Website-Betreibern auf. Auch weiterhin sind viele Fragen im Detail nicht geklärt. So zum Beispiel auch, wie es technisch am besten geht, Videos von Video-Plattformen einzubinden. Fest steht nur, dass in jedem Fall ein Hinweis in die Datenschutzerklärung gehört.

Wenn Sie keinen Datenschutzbeauftragen oder Juristen beauftragen, eine Erklärung für Sie zu erstellen, empfehlen wir die Nutzung eines Datenschutz-Generators. Hierbei geben Sie alle Aspekte an, die auf Ihre Website zutreffen (wie ein Kontaktformular, Google Analytics, eine Kartenanzeige, ...) und lassen sich einen passenden Text generieren. Binden Sie diesen als eigene Unterseite in Ihre Website ein.

Lesen Sie, welche Aspekte typischerweise relevant sind, in unserem Artikel DSGVO für Website-Betreiber.

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